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Seit mehr als 20 Jahren verkörpern die VFR’s von Honda feingeschliffene Technik-Ikonen für Leute, denen der Reihenvierer-Mainstream viel zu profan ist. Hinsichtlich des Designs passt die neue VFR 1200 perfekt in ihre nonkonformistische Ahnengalerie. Doch wie sieht’s mit der Technik und der Ausstattung aus?
Kinder berühmter Eltern haben es meist nicht leicht. Die Erwartungshaltung an sie ist oft immens hoch, nicht wenige zerbrechen an diesem Druck, der ihnen von außen auferlegt wird. Nicht unähnlich ist das mit Nachfolgemodellen bei Fahrzeugen. Und wenn die Ahnen dann auch noch mit technischen Vorzeigelösungen wie Zahnradkaskaden als Nockenwellenantrieb (VFR 750) oder variabler Ventilabschaltung (VFR 800) auftrumpfen konnten, ist der Anspruch der potentiellen Kunden-Klientel an eine Neuentwicklung entsprechend hoch. Honda muss sich zudem gefallen lassen, dass man ganz Besonderes von der Firma erwartet. Der weltgrößte Zweiradhersteller ist der Viertaktspezialist schlechthin, seit Jahrzehnten zeigt Honda der zweirädrigen Viertakt-Welt, wo der Hammer hängt.
Neu entwickelter V4
Umso gespannter war die gesamte Branche deshalb auf die gänzlich neu konstruierte VFR 1200. Motorisiert ist die Neue nicht etwa mit einem aufgebohrten Aggregat der 800 ccm-Schwester, vielmehr entwickelten die Japaner diesen großen V4 total neu. Der kompakten Bauweise wegen schrumpfte der Zylinderwinkel von 90 auf 76 Grad, und um eine besonders schlanke Taille verwirklichen zu können, ersannen die Ingenieure eine ungewöhnliche Zylinderkonfiguration: Der erste und vierte Zylinder liegen vorne, Zylinder zwei und drei liegen hinten. Entsprechend schmal baut die hintere Zylinderbank, was einen angenehm schmalen Knieschluss ermöglicht. Der Fahrersitzplatz ist perfekt konturiert und ausreichend dimensioniert. Leider ist er nicht höhenverstellbar und seine recht straffe Polsterung ist etwas gewöhnungsbedürftig. Auch der Sozius muss ein gewisses Maß an Kompromissbereitschaft mitbringen, denn dessen Platz . . .