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Die 47. „Ride on with friends“-Tour startete im Hochsommer vom Dreiländereck Deutschland/Frankreich/Schweiz aus in die Schweizer Bergwelt. Leider musste die Redaktion die Teilnahme kurzfristig absagen, deshalb berichten die „friends“ diesmal selbst.
Zuverlässig wie immer bringt mich mein gutmütiger Packesel „Berta“, wie ich meine BMW R 1100 RT nenne, ins südbadische Maulburg zum Hotel Goldener Wagen. Selbst nach dieser kurzen Strecke, gerade einmal eine Stunde von meiner aargauischen Heimat Wohlen entfernt, läuft mir an diesem heißen Augusttag schon die Brühe in die Gore-Tex-Klamotten. Doch die werde ich die nächsten Tage noch brauchen, wenn wir in höhere und damit kühlere Gefilde kommen. Nach und nach trudeln alle Mitfahrer ein; die meisten kennen sich schon. Da die Hotel-Küche Betriebsferien hat, treffen wir uns alle im nahe gelegenen Wiesentäler Hof. Draußen, unter einem dichten Platanendach, genießen wir den warmen Sommerabend. Nach dem Essen informieren Dorit, Roland und ich über den Ablauf der Tour, die wir als Schweizer für die „friends“ ausgearbeitet haben. U-förmig werden wir durchs Land ziehen und jeden Tag in einem anderen Hotel nächtigen. Auch ist diese Tour länger als üblich; drei volle Fahrtage liegen vor uns.
Am Donnerstagmorgen starten wir mit drei Gruppen wie gewohnt um neun Uhr. Schnell sind wir über Schopfheim am Grenzübergang Bad Säckingen, überqueren den Rhein und tanken in Stein auf, denn in der Schweiz ist das Benzin mit knapp über einem Euro pro Liter deutlich günstiger als in Deutschland. Auf der Hauptstraße Richtung Sisseln herrscht starker Verkehr, deshalb lotse ich meine Gruppe auf eine Nebenstrecke. Dabei habe ich völlig vergessen, dass in dieser Richtung die Ortsdurchfahrt Eiken wegen Bauarbeiten gesperrt ist. Somit stehe ich vor der Wahl umzudrehen, oder auf die Autobahn auszuweichen. Mit dem Entscheid für letzteres relativiere ich unsere Ankündigung: „Wir fahren auf der gesamten Tour keine Autobahnen.“ Nun, es sind ja nur fünf Kilometer bis zur Ausfahrt Frick...
Nach Frick und über der Wittnauer Höhe bei Rothenfluh sind wir wieder auf Kurs in das besonders zur Kirschblüte schöne Oberbaselbiet und biegen bei Wisen auf die Hauenstein-Straße ein. In Trimbach halten wir auf dem großen Parkplatz des Restaurant Isebähnli kurz an. Ich erkläre meinen Leuten, dass wir vor dem angesagtesten Motorradtreff der Schweiz stehen, wo jeden Donnerstagabend die Post abgeht. Durch die Industriestadt Olten und den neuen Umfahrungstunnel Aarburg sind wir schnell am Autobahnzubringer Rothrist. Nach der Ortsdurchfahrt kehrt Ruhe ein. Kaum mehr Verkehr, die dichte Besiedelung hört auf, nur noch Wiesen und Dörfer.
Vorbei am ehemaligen Kloster St. Urban, heute Luzernische Psychiatrieklinik, erreichen wir Huttwil, das Tor zum Emmental. Oberhalb Eriswil, im Restaurant Fritzenfluh, legen wir eine Kaffeepause ein. Bei schönem Wetter hat man hier eine tolle Aussicht über die sanften Hügel bis hin zum Jura. Wir ziehen weiter oben durch den Fritzenfluh-Tunnel hinunter ins Hornbachtal und durchfahren die schönen Emmentaler Dörfer Wasen, Sumiswald und Ramsei. Via Langnau steuern wir unser nächstes Ziel, das rustikale Gasthaus Kemmeriboden-Bad an, das über eine acht Kilometer lange Stichstraße ab Schangnau zu erreichen ist. Auf dem Parkplatz stehen top restaurierte Chevrolet-Oldtimer und andere edle Oldies wie MG oder Jaguar. Wir teilen uns den schattigen Biergarten mit Teilnehmern der Louis Chevrolet-Gedenkfahrt – übrigens ein Schweizer Autokonstrukteur aus Le Locle –, die her ebenfalls zur Mittagsrast einkehren.